Frank Dolibois
CEO – YourInsight | Data- and Migration-Expert | Agentic AI | Web3 Advisor | Business-Analyst | Investor
20. Mai 2026
Vor jedem Erstgespräch dasselbe Ritual: Webseite des Kunden öffnen, Geschäftsbericht überfliegen, LinkedIn-Profile der Ansprechpartner durchklicken, ein paar News checken, das Wesentliche in ein Word-Dokument kopieren. Eine bis zwei Stunden gehen dafür drauf. Nicht spektakulär, aber notwendig.
Seit ein paar Wochen mache ich das anders. Ich tippe einen Satz, hole mir einen Kaffee und habe danach ein vollständiges Briefing auf dem Tisch.
Der Hebel heißt Skills und das ist aus meiner Sicht die spannendste Neuerung, die Claude in den letzten Monaten bekommen hat.
Was ein Skill ist
Ein Skill ist im Grunde eine konservierte Arbeitsanweisung. Claude führt sie immer dann aus, wenn die richtige Frage kommt. Nicht mehr, nicht weniger.
Statt mir bei jedem neuen Kunden zu überlegen, was genau ich brauche, habe ich einmal definiert: So sieht ein vollständiges Customer-Intelligence-Briefing aus. Elf feste Abschnitte Branche, Top-Produkte, CSR, strategische Prioritäten, Geschäftsbereiche, Führungskräfte, Wettbewerber, Initiativen, Trends, Börseninformationen, KI-Potenziale mit Vertriebsanknüpfung.
Claude weiß ab dem Moment, was zu tun ist, sobald ich einen Kundennamen werfe auch beiläufig: „Ich besuche morgen die XY GmbH“. Das reicht.
Wie das im Alltag aussieht
Konkretes Beispiel von letzter Woche. Termin bei einem mittelständischen Industrieunternehmen. Ich gebe Claude den Namen, mehr nicht. Was zurückkommt:
- Branchenüberblick mit Marktposition und Wettbewerbsumfeld
- Die wichtigsten Produktlinien, kurz und nüchtern beschrieben
- Wer sitzt im Management, wofür stehen die Personen
- Welche strategischen Themen treiben das Unternehmen gerade
- Wo liegen die KI-Automatisierungspotenziale und genau der Punkt ist für mich Gold wert, weil er direkt meine Gesprächsführung trägt
Optional bekomme ich on top eine Management-Pitch-Präsentation zu KI-Einführung, zugeschnitten auf das Unternehmen. Das ist dann kein generisches Deck, sondern eines, das auf den Fakten aus dem Briefing aufsetzt.
Vorbereitungszeit: deutlich unter zehn Minuten. Qualität: besser als das, was ich vorher in zwei Stunden zusammengeklickt habe weil ich nichts mehr vergesse.
Warum das mehr ist als ein besserer Prompt
Der entscheidende Unterschied zu „ich schreibe Claude jedes Mal eine lange Anweisung“: Konsistenz. Jedes Briefing folgt derselben Struktur. Ich kann sie vergleichen, archivieren, weiterverwenden. Beim zehnten Kunden weiß ich genau, wo ich in welchem Abschnitt nachschlage. Das fühlt sich an wie der Sprung von verstreuten Excel-Tabellen zu einer ordentlichen Datenbank.
Und: Ich habe meine eigene Methodik konserviert. Niemand muss bei mir nachfragen, was in ein gutes Briefing gehört, die Antwort steckt im Skill.
Wo das hinführt
Skills sind kein Hexenwerk. Eine knappe Beschreibung, klare Trigger, definierte Ergebnisstruktur. Wer im Daily Business immer wiederkehrende Aufgaben hat und wer hat die nicht, sollte sich 30 Minuten Zeit nehmen und einen ersten Skill bauen. Kandidaten aus meinem Alltag:
- Angebotsentwürfe nach eigenem Schema
- Wochenrückblick aus E-Mails und Kalender
- Recherchen zu Lokalthemen für ein Vereinsprojekt
- Lessons-Learned-Templates nach Projektphasen
- Standardisierte Sitzungsprotokolle
Das sind die Aufgaben, die jeden Tag fünfzehn Minuten kosten und über das Jahr eine ganze Arbeitswoche fressen.
Mein Take
KI-Adoption scheitert selten an den Modellen. Sie scheitert daran, dass niemand systematisch überlegt, welche der eigenen Arbeitsabläufe sich überhaupt für Automatisierung eignen.
Skills sind dafür ein hervorragender Hebel, weil sie genau diese Übersetzungsarbeit erzwingen. Wer einen Skill baut, hat seinen eigenen Prozess sauber formuliert. Das hilft auch dann, wenn am Ende doch ein Mensch die Aufgabe übernimmt.
Probiert es aus. Sucht euch eine Aufgabe, die ihr nicht mehr machen mögt. Beschreibt sie in zehn Zeilen. Gebt sie Claude. Beim dritten Durchlauf werdet ihr euch fragen, warum ihr das vorher anders gemacht habt.
Wie ihr seht, lassen sich mit sehr einfachen Mitteln bereits spürbare Effizienzen heben. Was mit KI-Automatisierung darüber hinaus möglich ist, wenn interne Systeme angebunden und echte End-to-End-Automatisierungsstrecken gebaut werden. Dazu sprecht mich gerne direkt an.
📎 Vorlage zum Mitnehmen
Damit ihr nicht bei Null anfangen müsst: Der hier beschriebene customer-insights Skill ist genau die Datei, mit der ich täglich arbeite. Eine einzelne SKILL.md mit Header, Beschreibung, den elf Abschnitten und der optionalen Pitch-Deck-Erweiterung.
Download: https://hubs.ly/Q04hvv6v0
Schreibt mir eine kurze Nachricht oder kommentiert unter dem Beitrag. Anpassen auf eure Branche, eure Vertriebslogik, eure Tonalität – fertig.
Quelle: eigener Skill customer-insights (YourInsight GmbH), eingesetzt für Vorbereitung auf Kunden- und Stakeholdertermine im Mittelstand.
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